Garnisonsstadt Strausberg


Strausberg ist eine Garnisonsstadt. Die städtische Militärgeschichte reicht gut 300 Jahre zurück. Wenn man einer Burg als Verteidigungsbau mit samt ihren Rittern auch eine militärstrategische Rolle zugestünde, wären es sogar beinahe 800 Jahre. So aber begann alles wohl im Jahr 1714 mit einer Kompanie des 23. Infanterieregiments des Brandenburgisch-Preußischen Heeres, gefolgt von vielen wechselnden Einheiten mit Bezeichnungen, wie sie sonst nur in Hollywoodstreifen noch vorkommen. Nach Musketieren, Füsilieren und Eskadronen befinden sich heute zahlreiche Dienststellen der Bundeswehr in Strausberg.

Gemäß den verteidigungspolitischen Richtlinien hat die Bundeswehr Deutschland und seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen und trägt zur Verteidigung der Verbündeten bei, leistet so einen Beitrag zu Stabilität und Partnerschaft im internationalen Rahmen und sichert die außenpolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands. Ob bisherige parlamentarische Mandate in Frage gestellt gehören und ob humanitäre Einsätze von einer Streitkraft geführt ein Paradoxem sind, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Fakt aber ist, wir haben eine Bundeswehr aus den selbigen Gründen wie Schlösser in der Tür oder Überwachungskameras in Tankstellen. Zudem leistet sie einen unverzichtbaren Beitrag bei der Katastrophenhilfe.

Für Strausberg ist die Bundeswehr darüber hinaus ein wichtiger Arbeitgeber, Investor, Kulturförderer. Mit fast 3000 Arbeitsplätzen in weniger militärischen, sondern vorwiegend in verwaltungs-, kommunikations- und sozialwissenschaftlichen Bereichen, mit millionenschweren Investitionen in Infrastruktur und Förderung von Sportanlagen, ist sie insgesamt ein unschätzbar wertvoller Wirtschaftsfaktor. Ein partnerschaftlicher Umgang mit diesem ist unserer Stadt verpflichtend. Zu meiner einstigen aktiven Dienstzeit gab es hierfür gemeinsame Standort-Biwaks im Stile eines Volksfestes, regelmäßige Stammtische und gegenseitige Unterstützung zum Beispiel im Vereinsleben. Bei vielem habe ich im Rahmen von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder als Logistikverantwortlicher gar persönlich mitgewirkt. Heute lässt sich diese öffentliche Bereitschaft zur Integrität ein wenig vermissen und auch der gesellschaftliche Beitrag Ehemaliger erfährt zumindest gefühlt nicht mehr die einstige Anerkennung. In Anbetracht der Historie und einen ebenso historisch bemerkenswerten Partnerschaftsvertrages aus 2001 ist das für eine Garnisonsstadt Strausberg durchaus sehr schade.



 Bild aus ISBN 3-89702-743-7