Sportstadt Strausberg

Keine Ahnung wie viele Sportmöglichkeiten es tatsächlich in Strausberg gibt, aber eigentlich sollte für jeden etwas angeboten sein. Es gibt etliche Vereine, Reha-Zentren, Fitnessstudios und Abteilungen des KSC sowie auch viele Möglichkeiten, sich unorganisiert beim Radfahren, Laufen, Schwimmen, Skaten oder sonstiges sportlich zu betätigen. Dabei ist Sport mehr als nur Hobby. Er ist für alle Altersgruppen gesund, gesellig und macht den Kopf frei. Sport stärkt Ehrgeiz, Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen und Teamgeist. Aber vor allem ist Sport einer der wichtigsten gesellschaftlichen Beiträge für das Wohl der Kinder. Er fördert deren Entwicklung, sorgt für einen Ausgleich zur Schule und festigt Kinder in sozialen Gruppen abseits der Straße. Darüber hinaus schafft Sport Identität. Wer sich für eine Sportart begeistern kann, identifiziert sich meist auch mit seinem Team, Verein, Studio oder seiner Stadt. Das ist sicher einer der wesentlichen Gründe, warum man in Strausberg gerne zu hause ist. Strausberg ist eine Sportstadt.

Aber wie fast alles im Leben ist auch Sport nicht umsonst. Insbesondere der Vereinssport kostet erheblich. Er kostet viel Geld, Zeit und bedarf das Engagement von ehrenamtlichen Freiwilligen, die sich einbringen und permanent weiterbilden, um eine fundierte Vereinsarbeit aufrecht zu erhalten. An der Stelle gebührt all denen mein Dank und Respekt, die ihre Wochenenden für Fortbildungen und Wettkämpfe opfern sowie ihre Feierabende den Kindern widmen. Ihr leistet einen unschätzbaren Beitrag für unsere Gesellschaft.

Muss jeder Individualsportler sein Hobby selbstverständlich selbst finanzieren, verlangt das Sozialstaatsprinzip eine Verteilung von gemeinnützigem Aufwand. Wer nicht wirtschaftlich, sondern gemeinnützig tätig ist und der Gesellschaft ehrenamtlich einen Beitrag leistet, muss die Lasten nicht alleine stemmen. Damit ist es mindestens anteilig eine hoheitliche Aufgabe politischer Ebenen, eine bedarfsgerechte und nachhaltige Sportstätteninfrastruktur zu ermöglichen. Zur Aufrechterhaltung bzw. Erweiterung und Anpassung der Sportangebote müssen dabei auch unkonventionelle Wege bei der Bereitstellung und Nutzung geeigneter Sportstätten gefunden werden. Es ist nicht für jede Sportgruppe eine DIN gerechte Sportanlage/ Sporthalle nötig, auch kleinteilige Räumlichkeiten in Senioreneinrichtungen, Schulen, Gemeindezentren, Jugendclub etc. sind stärker in Betracht zu ziehen.² Hierbei hat auch eine Kommune einen monetären Beitrag zu leisten. Entscheidend dabei ist, dass eine Kommunalverwaltung ausreichend sensibel, gerecht und kommunikativ arbeitet. Es ist unnötig, dass Vereine vor verschlossenen Türen stehen, Hallenzeiten sich sprunghaft ändern oder Nutzungsänderungsvorhaben von Vereinsräumen aus der Zeitung erfahren werden.


²Breitensportkonzeption 2015-2020 des Landessportbund Brandenburg e. V.